Samstag, 17.10.2009 | Interview mit Jochen Mahlknecht von Stahlbau Pichler zum NET Center Padua

Interview mit Jochen Mahlknecht
Stahlbau Pichler
Projektleiter NE Center Padua

Stahlbau Pichler GmbH ist ein renommiertes mittelständisches Unternehmen in Bozen. Wie so viele hochqualifizierte moderne Betriebe Südtirols kommt auch Stahlbau Pichler aus dem traditionellen Handwerk. Geschäftsführer Ferdinand Pichler ist gelernter Schmied und sein Mitgesellschafter und Bruder Walter Pichler ein bekannter Bozner Architekt. Die Firma beschäftigt derzeit ein Stammpersonal von 180 Mitarbeitern, davon sind 25 im Planungsteam tätig. 2008 betrug der Umsatz 75 Millionen Euro. Wir besuchten den Projektleiter des NE Centers in dem schönen Verwaltungs- und Produktionsgebäude in der Bozner Industriezone und führten ein Gespräch mit Dr. Daniele Maio, Geschäftsleitung und Jochen Mahlknecht, Projektleiter – beides junge und dynamische Persönlichkeiten.

Herr Mahlknecht, was war Ihre Aufgabe am Bau des NE Centers Padua?
Als Oberbauleiter hatte ich die Koordinierung der Stahlbauarbeiten, die Überwachung der Kostenplanung, der Termine und der Qualität der Ausführung zu verantworten.
Wie wurde ihre Firma ausgewählt?
Der Generalunternehmer und Investor Edilbasso hat Stahlbau Pichler aufgrund des Know-How und der garantierten Qualität für die erste Baustufe des Projekts, dem Bauteil „Palazzo Tendenza“ ausgewählt. Eine Ausschreibung des Stahlbaugewerkes hat nicht stattgefunden. Dank der guten Zusammenarbeit wurden wir auch mit den weiteren Arbeiten am Projekt, vor allem dem Turmbau, betraut. Edilbasso hat übrigens den gesamten Komplex schon während der Ausführungsphase an eine Interessenten verkaufen können. Dieser hatte jedoch keinen Einfluss auf die Planung und Ausführung.
Stand die konstruktive Lösung des NE Centers schon fest oder konnte Stahlbau Pichler noch beim Entwurf beratend mitwirken?
Für die erste Baustufe des  „Palazzo Tendenza“ lagen bereits Ausführungspläne vor, für die wir in beschränktem Rahmen noch alternative Detailvorschläge machen konnten. Dagegen konnten wir die Architekten und Ingenieure bei der Planung des Turms von Anfang an mit unserem Know-How so beraten, dass ein ganzheitliches Vorgehen in Planung und Ausführung zwischen Architekten, Statiker und Stahlbau Pichler gewährleistet werden konnte – eine für uns und das Projekt sehr befriedigende Arbeitsweise, die zu hoher gemeinsam entwickelter Qualität geführt hat.
Ist die Form des Turms das Ergebnis architektonischer oder ingenieurmäßiger Überlegungen?
Der Form des Turms auf der Grundlage des trapezförmigen Grundrisses ist aufgrund des Architekturentwurfes mit Hilfe unserer Erfahrungen im Stahlbau entstanden.
Musste der formale Vorschlag der Architekten von den Ingenieuren „hingerechnet“ werden?
Nein, Architekten und Ingenieure haben mit unserer Unterstützung und unseren Vorschlägen gemeinsam die Konstruktion bis in die Details entwickelt. Für uns war dies eine hervorragende Kooperation, bei der alle ihren Beitrag leisten konnten. Wir wurden als Stahlbaufirma von Anfang an in die Entwurfsüberlegungen einbezogen und haben uns vor allem bei der Entwicklung der sichtbaren Details einbringen können.
Was waren die besonderen Schwierigkeiten in der Planung?
Die Entwicklung der Dimensionierung der Stahlbauteile in den Seitenfassaden, die ja von Stockwerk zu Stockwerk verschieden sind und absolut maßgenau ohne Toleranzen bemessen werden mussten. Wir haben das mit Hilfe des Computersystems „X-deal“ mit Modellsimulation bewältigt.
Was waren die besonderen Schwierigkeiten in der Ausführung?
Die Fertigung und Anlieferung der sichtbaren Träge der Fassadenhaut in einer Länge von 30 Metern, deren Toleranzen genauer als die Norm sein mussten. Dabei konnten wir einiges aus unseren Erfahrungen einbringen.
Herr Mahlknecht, was ist Ihre besondere Erinnerung an diese Aufgabe?
Meine ganz persönliche Freude an dem Gelingen dieser außergewöhnlichen Architektur mitgearbeitet zu haben und die Harmonie in der Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten.
Vielen Dank!

Andreas Gottlieb Hempel

(3.937 Zeichen mit Zwischenräumen)


 



:: Home :: Impressum :: Sitemap

26.03.2018
Holzbaupreis

26.03.2018
Architektur macht Musik

Andreas Gottlieb Hempel
Prof. Dipl.-Ing. Architekt & Publizist
Otto von Guggenberg Str. 46   I-39042 Brixen (BZ)   Italien
Tel Studio 0039-0472-836317   mobil 0039-349-7969334
privat 0039-0472-679076   e-mail info@agh.bz
Seite drucken Webseite zu den Favoriten hinzufügen